• Room-Tour

    Room-Tour

    Hier ist unser Haus auf Zeit. Der Millennium-Falke (kurz: der Falke) bringt uns nicht nur zuverlässig von Ort zu Ort, sondern ist auch unser Schlafzimmer, Wohn- und Essbereich, Küche und Bad.

    Küche mit – aus welchem Grund auch immer – einer Ladestation direkt am Spülbecken
    Schlafbereich – zurzeit benötigen wir die Wolldecken nicht. Selbst nachts sind es mindestens 25 Grad.
    Wohn- und Esszimmer mitsamt Lagerraum für Koffer und Taschen
    Und ein kleines Bad mit Dusche

    Es ist super, immer alles dabei zu haben. So bleiben wir auch auf den teilweisen sehr langen Strecken immer autark. Die Wohnmobile sind so ausgelegt, dass man frei stehen könnte (ohne Strom- und Wasseranschluss am Stellplatz). Ein Solarmodul lädt dafür eine zweite Batterie, die dann den Kühlschrank betreibt. Das nutzen wir allerdings kaum.

    Bernd fährt den Falken souverän durch die Städte und die Steppen hier in Texas. Sehr oft sah es übrigens so aus, als würde man immer wieder die B5 von Hemmingstedt nach Brunsbüttel fahren.

    Hemmingstedt in groß

    Morgen kommt endlich der Tag, an dem wir Öffis nutzen werden. Direkt von unserem derzeitigen Campingplatz aus fährt ein Bus in die Innenstadt von San Antonio. Das Tagesticket kostet 3$.

    Wir freuen uns nach mehreren Tagen mit Natur mit vielen sehr kleinen und großen Tieren auf einen Tag in der Stadt mit Besuch von The Alamo und Riverwalk, vielleicht einem Kaltgetränk in einem Restaurant und Tex-Mex-Küche.

  • Urlaub auf dem Bauernhof oder Neue Ideen zur Vermarktung eines Hofes

    Urlaub auf dem Bauernhof oder Neue Ideen zur Vermarktung eines Hofes

    Heute haben wir die King Ranch in Kingsville besucht. Unfassbare 234.000 Hektar gehören zur Ranch. Für Menschen, die sich im Bereich Hektar nicht so auskennen: das ist 6685x die Sievers Ranch.

    Die kleine Bustour mit einem ehemaligen Mitarbeiter, selbstverständlich ein Cowboy, war vor allem deshalb aufregend, weil es überaus herausfordernd war, einem alten Texaner zuzuhören.

    Zusammenfassend lässt sich sagen: Richard King war ein ziemlicher Lebemann, der irgendwie in den 1840er Jahren zu Land kam, mit Baumwolle ein Vermögen verdiente und sich den Konföderierten anschloss. Als er starb, rettete seine Familie das ganze Anwesen, das hoch verschuldet war. Dank Erdöl rentierte sich die Ranch auch irgendwann. Geschätzter Wert heute: ca. 1 Milliarde Dollar.

    Berühmt ist die Ranch für ihre Quarterhorse-Zucht.

    Die diesjährigen Fohlen

    Die Zuchthengste der letzten 100 Jahre sind auf der Ranch bestattet…

    Der Zuchthengstfriedhof

    Auch die Santa Gertrudis Rinder sind ein Alleinstellungsmerkmal der King Ranch. Es gibt anscheinend x verschiedene Brandzeichen für Rinder, die ein fleißiger Mensch auf der Farm mal zusammengetragen hat:

    Bernd überlegt nun, wie er unsere Höfe besser vermarkten kann. Wer weiß, was noch kommt?

  • Wir haben Jesus gefunden oder “You’ll find Jesus at LaVaca BBQ”

    Wir haben Jesus gefunden oder “You’ll find Jesus at LaVaca BBQ”

    Man achte auf den Text im Hintergrund: Jesus, Texas, Brisket

    Heute haben wir endlich Jesus gefunden. Völlig unverhofft und unerwartet begegnete er uns beim BBQ. Eigentlich sollte es nur ein Fahrtag von Galveston Island nach Corpus Christi werden. Aber das Schicksal führte uns geradewegs in die Nummer 8 der besten 50 BBQ in Texas, die im Jahr 2025 von der Zeitschrift „Texas Monthly“ gewählt wurden. Die 50 besten werden alle vier Jahre neu gekürt. Wer dort unter den Top 10 gelistet ist, gehört zu den ganz Großen. Und wir mittendrin, um von der Grillmeisterin persönlich bedient zu werden. Kelli Nevarez ist die erste alleinige weibliche Pitmasterin, die es mit ihrem Restaurant in die prestigeträchtigen Top 10 der Texas Monthly BBQ-Liste geschafft hat.

    Brisket, Schweinerippchen und Wurst, dazu gibt es Coleslow und Brisket Beans

    Tja, das Brisket war himmlisch, so dass die Aussage von Daniel Vaughn, dem Barbecue-Editor von Texas Monthly wohl zutrifft: “You’ll find Jesus at LaVaca BBQ.“

    Und um das Ganze zu toppen, gab es noch lecker Eis für ganz umsonst zum Dessert.

    Da wir eher zufällig auf diesen tollen Laden gestoßen sind, gab es dieses leichte Menü bereits um 11.15 Uhr am Vormittag. Aber was tut man nicht alles, um die Nummer 8 der Top 50 BBQ zu testen. Wir waren nicht allein. Auch andere Gäste aßen schon das ein oder andere Stück Fleisch.

    Ansonsten gibt es Neues zum Wetter: es ist endlich so schwülwarm, wie Tanja es sich über Monate hinweg ausgemalt hat. Puha. Zum Glück hat unser Campingplatz einen Pool. Da es den Texaner:innen noch zu kalt für Poolparties ist, steht dieser Bereich heute wohl uns zur Verfügung.

  • PP (Pause mit Pelikanen)

    PP (Pause mit Pelikanen)

    Ein ruhiger Tag auf Galveston Island: schlafen, lesen, Spazierengehen, das Meer hören und sehen. Wunderbar.

    Erkenntnis des Tages: Wandere nie einen Alligator Trail ohne ausreichend Moskitoschutz!!!

    Einer von ca. 100 Stichen

    Die Alligatoren 🐊 sind nicht das größte Problem.

    Aussage eines Rangers, den ich vorher gefragt habe: You don’t have to be afraid, they only eat dogs.
  • Run, Forrest, run oder doch lieber Stop, Forrest, stop?

    Run, Forrest, run oder doch lieber Stop, Forrest, stop?

    Heute ging es nach Galveston. Hier stehen wir für zwei Tage in einem State Park direkt am Golf von Mexiko. Die eine Seite der Stadt ist sehr industriell geprägt und überall sind Öltanker. Doch es gibt auch richtig schöne Ecken: Bei einer Fährüberfahrt, die als Tipp für Touris gilt, sahen wir Pelikane und Delphine.

    Anschließend gab es Scampi mit Brot bei „Bubba Gump Shrimps“, ein Restaurant, das sich nach der Firma aus dem Film Forrest Gump benannt hat. Eine tolle Location mit Meerblick am historischen Pier mit Jahrmarkt, der allerdings heute geschlossen war.

    Leider nur ein Duplikat, die Bank aus dem Film steht in Savannah, Georgia

    Der Jahrmarkt befindet sich an der Promenade – selbstverständlich eine vierspurige Straße. Man kann Golfcarts mieten, damit man auf jeden Fall nicht zu Fuß gehen muss. Die spinnen, die Amis.

    P.S. Morgen werden wir einen Trail laufen, auf dem wir vielleicht auf Alligatoren stoßen. In den Parkregel ist allerdings deutlich beschrieben, dass man sich nicht als Futter zur Verfügung stellen soll. Und füttern soll man sie auch nicht.

    Wer es nicht glaubt, gerne googeln. (Alligator Trail Galvestone Island State Park)
  • 休斯顿,我们遇到麻烦了

    休斯顿,我们遇到麻烦了

    (Das war Mandarin)

    Den Satz hat nicht Tom Hanks gesagt. Das ist uns auch erst heute klargeworden….

    Im Anschluss einige Übersetzungen für Menschen die des Mandarin nicht mächtig sind. Hier ist der Satz in verschiedenen Sprachen:

    • Deutsch: Houston, wir haben ein Problem.
    • Englisch: Houston, we have a problem.
    • Französisch: Houston, nous avons un problème.
    • Spanisch: Houston, tenemos un problema.
    • Italienisch: Houston, abbiamo un problema.
    • Russisch: Хьюстон, у нас проблема (Chjuston, u nas problema).
    • Portugiesisch: Houston, temos um problema.
    • Niederländisch: Houston, we hebben een probleem. 
    Aber es fing ja alles viel früher an.

    Alles fing mit den Mercury- Programm an. Sehr beengt und allein in einer Kapsel um die Erde.

    Nicht nur die Mercury-Missionen, sondern auch die Apollo-Missionen wurden aus der Mission Control (hier das Original, das wir besucht haben) geleitet.

    Und die Helden dieser Geschichte…

    Neil Armstrong, Buzz Aldrin und der, den niemand kennt (Michael Collins)

    Wir saßen auf diesen originalen Stühlen (damals für VIP-Gäste vorgesehen) und durften bei der Mondlandung zuschauen. Vielleicht saß Tanja auf dem Platz, wo schon die Frau von Neil Armstrong saß? Man weiß es nicht.

    Natürlich gab es auch Infos zu den Space Shuttles, inklusive der Tragödien der Challenger und der Columbia
    Es war ein aufregender und inspirierender Tag im Space Center!

    Edit: zum Abschluss des Tages haben wir Apollo 13 mit Tom Hanks geguckt und was haben wir währenddessen recherchiert? Genau, alle Szenen, die in Mission Control spielen, sind genau dort gedreht worden! Also wieder ein Drehort eines Hollywoodblockbusters. Krass.

  • Fressen oder gefressen werden

    Fressen oder gefressen werden

    Wir sind in Houston angekommen. Das Wetter passte hervorragend für einen Besuch des sehr bekannten „Houston Museum of Natural Science“. Dort lernten wir vor allem, dass das Leben aus Fressen oder gefressen werden besteht und alles irgendwann endet, wenn wir im schwarzen Loch untergehen. Vielleicht lag es auch daran, dass unsere Englischkenntnisse zu bescheiden für die komplexen wissenschaftlichen Zusammenhänge waren.

    So ist das mit dem schwarzen Loch
    Ziemlich eindrucksvoll: viele Dinos
    Man achte auf die Bilder im Hintergrund
    So dargestellt hätte Tanja das Periodensystem vielleicht verstanden
    Für die ganz Interessierten: Das ist der Doppler-Effekt 🧐

    Vorher haben wir fein gefressen: Burger und Pommes von Trill Burger, dem besten Burger Amerikas laut der Show „Good Morning America“. Dazu passt heute ein bekanntes Filmzitat: „This is a very tasty Burger“, auch wenn der Burger nicht von Big Kahuna war. Passend zum Burger und zur Location gab es in dem Laden sehr laute Musik von Coolio, Gangsta‘s Paradise.

    Der beste Burger Amerikas

    Was für ein Tag! Voller Eindrücke sind wir nun auf unserem Campingplatz „Space City Ellington“ für die kommenden zwei Nächte angekommen. Hier passt der Falke richtig gut hin.

    Im Hermann Park im Museumsviertel
  • Zelten an der Schwentine oder das hätten wir fast so auch zuhause haben können.

    Zelten an der Schwentine oder das hätten wir fast so auch zuhause haben können.

    Oder doch der Colorado River (in Texas – ein wichtiger Hinweis)

    Heute war Reisetag. Wir sind auf dem Weg Richtung Houston, um den Satz „Houston, wir haben ein Problem“ in mehreren Sprachen sagen zu können. Vielleicht besuchen wir, wenn wir schon mal da sind, auch das Space Center Houston.

    Auf der Strecke heute hatte man manchmal das Gefühl, durch Schleswig-Holstein zu fahren. Viele grüne Wiesen, viel Landwirtschaft und viele Tiere. Nur hier nennt man das dann Farm oder Ranch und die Landeinheit sind Acres (Äcker ausgesprochen) statt Hektar. Aber auch hier passt die schöne Weisheit „Liebe vergeiht, Acres besteiht“.

    Dann gab es heute auch noch einen Augenblick der Trauer. In dem kleinen Städtchen Columbus gibt es das einzige Santa-Claus-Museum in „The South“, was auch immer das heißen mag. Wir standen also voller Erwartung davor und mussten feststellen, dass heute geschlossen ist. Und das mitten im April.

    Als würdigen Ersatz sind wir dann an einem Fire Department vorbeigekommen und haben dieses Bild gesehen.

    Das lässt mich kreativ werden.

    Passend zu Texas hören wir „Der erste Sohn“ von Philipp Meyer, ein episches Werk, allerdings auch ziemlich blutig. Es kam schon hundertmal das Wort „Skalp“ vor.

  • Die Deutsche Sprache im German Belt in Texas

    Die Deutsche Sprache im German Belt in Texas

    Nicht nur im Museum begegnete uns rund um Fredericksburg die deutsche Sprache.

    Immer wieder lecker: Knackwurst mit Sauerkraut
    Macht sich gut in jedem Wohnzimmer
    In der Schule hingegen hilft dieser Sinnspruch
    Und was Schönes für die Hausfrau
  • Ein Feste Burg oder wie sich Deutsche Siedler in Texas niedergelassen haben

    Es war im Jahre 1844, als die ersten Deutschen nach Texas auswanderten. Wir waren heute in der von John O. Meusebach 1846 gegründeten Stadt Fredericksburg. Eine Stadt mit immer noch sehr deutschen Einschlägen: Bayrische Servietten, auf denen Burger serviert werden oder Biergärten, in denen live Countrymusik gespielt wird und eine ganz eigene Sprache aus einer Mischung aus Englisch und Deutsch. Die größte Irritation ist allerdings, wenn Typisch Deutsche Couwboyhütte tragen. Geht gar nicht.

    In einem Museum haben wir ein altes Gesangbuch gefunden, mit einem uns sehr bekannten Stück. Man beachte den ersten Ton im Sopran. Da höre ich doch schon die Klagen der ersten Trompete.

    In dem Kleinen Örtchen Luckenbach (ein Pendant zum Deutschen Städtchen Luckenbach) war heute ein Blue Gras Festival mit bekannten Größen wie The Fretliners, Shelby Means Trio und natürlich mit dem Headliner Yonder Mountain String Band.

    Irgendwie wandeln wir auch auf den Wegen ehemaliger Präsidenten. In Stonewell bei Fredericksburg wurde im Jahr 1908 der spätere 36. Präsident der USA Lyndon B. Johnson geboren und wuchs in Armut auf. Später machte er das ganze Gelände rund um sein Geburtshaus zu seinem Texas White House Komplex. Nunja. Achja, da seine Frau Lady Bird Johnson eine überaus erfolgreiche Geschäftsfrau war, konnte er sich überhaupt in dem ganzen politischen Getriebe über Wasser halten. Wie immer: hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine noch erfolgreichere Frau.

    Hier eine besonders schöne Aufnahme des Power-Couples

    Lady Bird Johnson war es auch, die dafür sorgte, dass an den Highways Wildblumen ausgesät wurden. Nun, im Jahr 2026, können wir uns (nicht nur an den Straßen) immer noch daran erfreuen.