Kategorie: Allgemein

  • JFK und 9/11

    JFK und 9/11

    Heute sind es die großen Themen, die uns begegnen.

    Zunächst Bernds Geburtstag:

    Der kleine, aber feine Geburtstagstisch

    Da wir aufgrund der Wettervorhersage schon gestern in Fort Worth waren, war heute das Dallas-Programm dran. Im Vorfeld hatten wir uns entschieden, auf den Spuren des Attentats auf John Fitzgerald Kennedy und der Präsidentschaft von George Walker Bush zu wandeln, die überwiegend durch 9/11 und den darauffolgenden Krieg gegen den Terror geprägt war. Beides keine leichte Kost.

    Glücklicherweise hörte der Uber-Fahrer, der uns zum Bahnhof brachte, die Morning-Show eines christlichen Radiosenders, in der Caryn und Jeremy uns für den Tag unter anderem mit dem „Morning Motivator“ und dem schönen Lied „Ain‘t Nobody loves you like Jesus“ von Cody Carnes stärkten.

    The sixth Floor Museum in Dallas. Der Ort, von dem aus JFK erschossen wurde. Heute ein Museum und Gedenkstätte.

    Das Haus (The Sixth Floor, wo der Attentäter geschossen hat)
    Von dort kam der Konvoi
    Dort wurde er erschossen (Man sieht die weißen Kreuze auf der Straße, wo JFK getroffen wurde)
    Das Fenster, aus dem geschossen wurde
    Die Rekonstruktion vom FBI

    Mehr als Bildunterschriften kann Bernd zu dem JFK-Attentat nicht schreiben. Der Besuch war sehr bedrückend.

    In der George W. Bush Library hingegen wurde in erster Linie darauf verwiesen, dass Präsident Bush vor allem humorvoll war und gern Baseball spielte. Dann kam 9/11.

    Ein Ort des Gedenkens

    Im Nachhinein kann man sagen, dass Bush gerade in den ersten Tagen nach dem Anschlag das Land einen konnte. Später war er eher nicht Herr der Lage, was natürlich nicht thematisiert wurde.

    Wie anders doch die Landkarte in Austin aussah, die die Vielfältigkeit der Menschen in den USA betonte

    Tanjas Resümee zu George W. Bush, wobei sie Hermine Granger zitieren möchte: „Er ist eine Dummtorte.“

    Ein Tag, der zum Nachdenken anregte. Nun lassen wir diesen Tag bei Bier, Geburtstagsnaschi und Oliver Stones’ JFK (1991) ausklingen. Morgen ist ein Fahrtag Richtung Oklahoma geplant.

  • The last Cowboys

    The last Cowboys

    Eins vorneweg…

    Lake Whitney

    Was niemand von uns ahnte: nachdem wir den gestrigen Blog geschrieben, die schöne Aussicht auf den See an unserem Campingplatz genossen und etwas gechillt hatten, kam eine Unwetter- und Tornadowarnung für unseren Standort herein. Hilfe!

    Bis 22 Uhr gewitterte es ordentlich und Tanja war in großer Sorge, ob wir nun nicht dahinscheiden würden. Bernd hat hingegen tief und fest geschlafen, nachdem er vorher auf Tanja aufgepasst hat. Da wir heute wieder hier schreiben, heißt es wohl, dass wir überlebt haben. Wir befinden uns zurzeit im Tornadoalley, zum Glück nur einige Tage und die Wettervorhersage ist nun auch stabiler.

    Nun also was zu den letzten Cowboys.

    Um diese zu sehen, sind wir nach Fort Worth gefahren. Dort werden zweimal täglich Longhorns durch eine Straße getrieben, eine Hommage an die guten alten Zeiten der Viehtriebe in Texas. Anschließend konnten wir uns die Stiere nochmal aus der Nähe ansehen.

    Wie dieser hier heißt, kann man auf dem nächsten Foto nachlesen
    Genau: Cowboy Houdini

    Um beim Thema Tier zu bleiben, gab es ein BBQ bei Cooper‘s Pit BBQ, wo man sich das Fleisch direkt am Grill aussucht. Sehr lecker und unglaublich gehaltvoll. Da das Wetter für morgen etwas unbeständig angesagt ist, gab es Bernds Geburtstagsessen halt schon heute. In den USA ist es tatsächlich auch kein Unding, den Geburtstagskindern schon vor dem Geburtstag zu gratulieren.

  • Lichtblicke

    Lichtblicke

    Heute haben wir endlich einen differenzierten Blick auf die Geschichte der USA und auf die Präsidentschaft von Lyndon B. Johnsen (1963-1969) erleben dürfen.

    Was für eine Wohltat. Eine Sonderausstellung in der Lyndon B. Johnson Presidental Library in Austin beschäftigte sich damit, dass die USA schon immer ein Einwanderungsland waren und es immer sein werden. Die Ausstellung läuft erst seit Januar 2026 und ist hochaktuell.

    Es wurde wirklich alles beleuchtet und berücksichtigt: Johnsons unglaublicher Reformwille, aber auch das vielfach kritisierte Verhalten während des Vietnamkriges. Es tat so gut, zu lesen und zu hören, wenn ein Präsident sein Amt als Amt des Zuhörens beschreibt und alle Menschen in den Blick nehmen möchte. Etliche Fernsehausschnitte nahmen uns mit in die 60er Jahre. Auch Karikaturen wurden gezeigt.

    Es war ein inspirierender und berührender Vormittag. Die Library ist sehr zu empfehlen.

    Der nächste Lichtblick war der Besuch der Silos in Waco. Die Silos sind Teil des Firmen-Imperiums von Chip und Joanna Gaines, manch einem vielleicht bekannt aus FixxerUpper. Rund um die Silos sieht es so schön aus: Kräutergärten, Food Trucks, Shops, schöne Sitzgelegenheiten. Einfach nur schön.

    Als wir abends an unserem Campground am Lake Whitney angekommen sind, wurden wir sofort von einem freundlichen Texaner mit den Worten „It’s crazy and wonderful to meet people from Europe. We have a pretty crazy president right now. But don’t say this in Texas“, gab Bernd ein Bier aus und wir haben über die Vorzüge von Weizenbier, Pils, Dunkelbier usw geplaudert. Er gab auch seine Deutschkenntnisse zum Besten: „Ein Stück Käsekuchen, bitte“, was ihm seine Großmutter beigebracht hat. Sehr lustig.

  • „Remember the Alamo“ oder „Wahr di, Garr, de Bur de kumt“

    „Remember the Alamo“ oder „Wahr di, Garr, de Bur de kumt“

    Eigentlich ist Tanja heute davon ausgegangen, sich mal so richtig intensiv mit der Mission der Spanier in den USA/Texas auseinanderzusetzen. Wir also mit dem Bus ins wunderbare San Antonio. Dort gibt es nämlich eine sehr gut erhaltene Missionsstation zu besichtigen. Tja, die Rechnung hat sie ohne den Amerikaner gemacht.

    Mit einer wirklich kritischen Auseinandersetzung haben wir gar nicht gerechnet. Aaaaber. Dort fand 1836 die Schlacht von Alamo statt. Der Ort gilt als „Shrine of Texas Liberty“. Worüber wird da wohl eher berichtet?!

    Eigentlich war die Schlacht von Alamo eine Niederlage, wurde aber mit dem Ausruf “Remember the Alamo“, was der Schlachtruf einer späteren Schlacht war, bei der die Mexikaner dann geschlagen wurden und Texas unabhängig wurde, zu einer Heldensaga umgedeutet. Na ja.

    Hier eine schöne Darstellung der Schlacht

    Ein bisschen hat uns das Ganze an die Schlacht von Hemmingstedt erinnert.

    Ein so nachdenklicher Vormittag ließ sich allerdings ganz gut mit einem super leckeren Texmexessen, wo die Guacomole direkt am Tisch zubereitet wird, kompensieren.

    Soviel Patriotismus kann nur mit einer anständigen Margeritha ertränkt werden, die wir uns dann auch erstmal gegönnt haben.

    In der ehemaligen Kirche

    Ansonsten ist San Antonio eine wunderbare, sehr bunte Stadt im Herzen Texas. Und aufgepasst und hingehört, in der Innenstadt zum Teil verkehrsberuhigt…

  • Room-Tour

    Room-Tour

    Hier ist unser Haus auf Zeit. Der Millennium-Falke (kurz: der Falke) bringt uns nicht nur zuverlässig von Ort zu Ort, sondern ist auch unser Schlafzimmer, Wohn- und Essbereich, Küche und Bad.

    Küche mit – aus welchem Grund auch immer – einer Ladestation direkt am Spülbecken
    Schlafbereich – zurzeit benötigen wir die Wolldecken nicht. Selbst nachts sind es mindestens 25 Grad.
    Wohn- und Esszimmer mitsamt Lagerraum für Koffer und Taschen
    Und ein kleines Bad mit Dusche

    Es ist super, immer alles dabei zu haben. So bleiben wir auch auf den teilweisen sehr langen Strecken immer autark. Die Wohnmobile sind so ausgelegt, dass man frei stehen könnte (ohne Strom- und Wasseranschluss am Stellplatz). Ein Solarmodul lädt dafür eine zweite Batterie, die dann den Kühlschrank betreibt. Das nutzen wir allerdings kaum.

    Bernd fährt den Falken souverän durch die Städte und die Steppen hier in Texas. Sehr oft sah es übrigens so aus, als würde man immer wieder die B5 von Hemmingstedt nach Brunsbüttel fahren.

    Hemmingstedt in groß

    Morgen kommt endlich der Tag, an dem wir Öffis nutzen werden. Direkt von unserem derzeitigen Campingplatz aus fährt ein Bus in die Innenstadt von San Antonio. Das Tagesticket kostet 3$.

    Wir freuen uns nach mehreren Tagen mit Natur mit vielen sehr kleinen und großen Tieren auf einen Tag in der Stadt mit Besuch von The Alamo und Riverwalk, vielleicht einem Kaltgetränk in einem Restaurant und Tex-Mex-Küche.

  • Urlaub auf dem Bauernhof oder Neue Ideen zur Vermarktung eines Hofes

    Urlaub auf dem Bauernhof oder Neue Ideen zur Vermarktung eines Hofes

    Heute haben wir die King Ranch in Kingsville besucht. Unfassbare 234.000 Hektar gehören zur Ranch. Für Menschen, die sich im Bereich Hektar nicht so auskennen: das ist 6685x die Sievers Ranch.

    Die kleine Bustour mit einem ehemaligen Mitarbeiter, selbstverständlich ein Cowboy, war vor allem deshalb aufregend, weil es überaus herausfordernd war, einem alten Texaner zuzuhören.

    Zusammenfassend lässt sich sagen: Richard King war ein ziemlicher Lebemann, der irgendwie in den 1840er Jahren zu Land kam, mit Baumwolle ein Vermögen verdiente und sich den Konföderierten anschloss. Als er starb, rettete seine Familie das ganze Anwesen, das hoch verschuldet war. Dank Erdöl rentierte sich die Ranch auch irgendwann. Geschätzter Wert heute: ca. 1 Milliarde Dollar.

    Berühmt ist die Ranch für ihre Quarterhorse-Zucht.

    Die diesjährigen Fohlen

    Die Zuchthengste der letzten 100 Jahre sind auf der Ranch bestattet…

    Der Zuchthengstfriedhof

    Auch die Santa Gertrudis Rinder sind ein Alleinstellungsmerkmal der King Ranch. Es gibt anscheinend x verschiedene Brandzeichen für Rinder, die ein fleißiger Mensch auf der Farm mal zusammengetragen hat:

    Bernd überlegt nun, wie er unsere Höfe besser vermarkten kann. Wer weiß, was noch kommt?

  • Wir haben Jesus gefunden oder “You’ll find Jesus at LaVaca BBQ”

    Wir haben Jesus gefunden oder “You’ll find Jesus at LaVaca BBQ”

    Man achte auf den Text im Hintergrund: Jesus, Texas, Brisket

    Heute haben wir endlich Jesus gefunden. Völlig unverhofft und unerwartet begegnete er uns beim BBQ. Eigentlich sollte es nur ein Fahrtag von Galveston Island nach Corpus Christi werden. Aber das Schicksal führte uns geradewegs in die Nummer 8 der besten 50 BBQ in Texas, die im Jahr 2025 von der Zeitschrift „Texas Monthly“ gewählt wurden. Die 50 besten werden alle vier Jahre neu gekürt. Wer dort unter den Top 10 gelistet ist, gehört zu den ganz Großen. Und wir mittendrin, um von der Grillmeisterin persönlich bedient zu werden. Kelli Nevarez ist die erste alleinige weibliche Pitmasterin, die es mit ihrem Restaurant in die prestigeträchtigen Top 10 der Texas Monthly BBQ-Liste geschafft hat.

    Brisket, Schweinerippchen und Wurst, dazu gibt es Coleslow und Brisket Beans

    Tja, das Brisket war himmlisch, so dass die Aussage von Daniel Vaughn, dem Barbecue-Editor von Texas Monthly wohl zutrifft: “You’ll find Jesus at LaVaca BBQ.“

    Und um das Ganze zu toppen, gab es noch lecker Eis für ganz umsonst zum Dessert.

    Da wir eher zufällig auf diesen tollen Laden gestoßen sind, gab es dieses leichte Menü bereits um 11.15 Uhr am Vormittag. Aber was tut man nicht alles, um die Nummer 8 der Top 50 BBQ zu testen. Wir waren nicht allein. Auch andere Gäste aßen schon das ein oder andere Stück Fleisch.

    Ansonsten gibt es Neues zum Wetter: es ist endlich so schwülwarm, wie Tanja es sich über Monate hinweg ausgemalt hat. Puha. Zum Glück hat unser Campingplatz einen Pool. Da es den Texaner:innen noch zu kalt für Poolparties ist, steht dieser Bereich heute wohl uns zur Verfügung.

  • PP (Pause mit Pelikanen)

    PP (Pause mit Pelikanen)

    Ein ruhiger Tag auf Galveston Island: schlafen, lesen, Spazierengehen, das Meer hören und sehen. Wunderbar.

    Erkenntnis des Tages: Wandere nie einen Alligator Trail ohne ausreichend Moskitoschutz!!!

    Einer von ca. 100 Stichen

    Die Alligatoren 🐊 sind nicht das größte Problem.

    Aussage eines Rangers, den ich vorher gefragt habe: You don’t have to be afraid, they only eat dogs.
  • Run, Forrest, run oder doch lieber Stop, Forrest, stop?

    Run, Forrest, run oder doch lieber Stop, Forrest, stop?

    Heute ging es nach Galveston. Hier stehen wir für zwei Tage in einem State Park direkt am Golf von Mexiko. Die eine Seite der Stadt ist sehr industriell geprägt und überall sind Öltanker. Doch es gibt auch richtig schöne Ecken: Bei einer Fährüberfahrt, die als Tipp für Touris gilt, sahen wir Pelikane und Delphine.

    Anschließend gab es Scampi mit Brot bei „Bubba Gump Shrimps“, ein Restaurant, das sich nach der Firma aus dem Film Forrest Gump benannt hat. Eine tolle Location mit Meerblick am historischen Pier mit Jahrmarkt, der allerdings heute geschlossen war.

    Leider nur ein Duplikat, die Bank aus dem Film steht in Savannah, Georgia

    Der Jahrmarkt befindet sich an der Promenade – selbstverständlich eine vierspurige Straße. Man kann Golfcarts mieten, damit man auf jeden Fall nicht zu Fuß gehen muss. Die spinnen, die Amis.

    P.S. Morgen werden wir einen Trail laufen, auf dem wir vielleicht auf Alligatoren stoßen. In den Parkregel ist allerdings deutlich beschrieben, dass man sich nicht als Futter zur Verfügung stellen soll. Und füttern soll man sie auch nicht.

    Wer es nicht glaubt, gerne googeln. (Alligator Trail Galvestone Island State Park)
  • 休斯顿,我们遇到麻烦了

    休斯顿,我们遇到麻烦了

    (Das war Mandarin)

    Den Satz hat nicht Tom Hanks gesagt. Das ist uns auch erst heute klargeworden….

    Im Anschluss einige Übersetzungen für Menschen die des Mandarin nicht mächtig sind. Hier ist der Satz in verschiedenen Sprachen:

    • Deutsch: Houston, wir haben ein Problem.
    • Englisch: Houston, we have a problem.
    • Französisch: Houston, nous avons un problème.
    • Spanisch: Houston, tenemos un problema.
    • Italienisch: Houston, abbiamo un problema.
    • Russisch: Хьюстон, у нас проблема (Chjuston, u nas problema).
    • Portugiesisch: Houston, temos um problema.
    • Niederländisch: Houston, we hebben een probleem. 
    Aber es fing ja alles viel früher an.

    Alles fing mit den Mercury- Programm an. Sehr beengt und allein in einer Kapsel um die Erde.

    Nicht nur die Mercury-Missionen, sondern auch die Apollo-Missionen wurden aus der Mission Control (hier das Original, das wir besucht haben) geleitet.

    Und die Helden dieser Geschichte…

    Neil Armstrong, Buzz Aldrin und der, den niemand kennt (Michael Collins)

    Wir saßen auf diesen originalen Stühlen (damals für VIP-Gäste vorgesehen) und durften bei der Mondlandung zuschauen. Vielleicht saß Tanja auf dem Platz, wo schon die Frau von Neil Armstrong saß? Man weiß es nicht.

    Natürlich gab es auch Infos zu den Space Shuttles, inklusive der Tragödien der Challenger und der Columbia
    Es war ein aufregender und inspirierender Tag im Space Center!

    Edit: zum Abschluss des Tages haben wir Apollo 13 mit Tom Hanks geguckt und was haben wir währenddessen recherchiert? Genau, alle Szenen, die in Mission Control spielen, sind genau dort gedreht worden! Also wieder ein Drehort eines Hollywoodblockbusters. Krass.