Autor: Tanja und Bernd

  • Route 66

    Route 66

    Wir sind wieder in Kalifornien. Diese Tatsache kam für uns auch etwas überraschend. Doch mit unserem spontanen Entschluss in der letzen Woche, die Route 66 zu bereisen, war bald klar, dass wir sie bis zum Ende durchfahren und das Ende liegt nun mal in Santa Monica. Es ist wirklich ein besonderes Erlebnis!

    Heute also Kingman (Arizona), Oatman (Arizona) und Needles (Kalifornien). Die Orte waren mehr oder weniger spektakulär, aber die Strecke landschaftlich wunderschön: Steppe, Berge, Weite, ein spektakulärer Bergpass und zum Schluss der Colorado. Einfach schön.

    Ja da ist ein Esel

    Und ja, es ist ein Luxusproblem zu sagen, es sei so heiß. Offensichtlich sind wir nun in der Wüste und das bei muckeligen 41 Grad. Daher lassen wir den Tag am Pool ausklingen.

    🥵
  • Hello again

    Hello again

    Das große Wiedersehen hat begonnen. Wir kommen jetzt in die Zeit unserer Reise, wo wir Orte ein zweites Mal erkunden. Falls es Zweifel gab, ob uns diese Orte noch einmal so beeindrucken können wie während unserer ersten Reise, können wir nur sagen: neben dem Gefühl, ein bisschen nach Hause zu kommen, ist der Blick in den Grand Canyon auch diesmal einfach unglaublich gewesen. Und ja, Grand ist durchaus die richtige Bezeichnung für dieses Naturschauspiel.

    Wer wissen möchte, wie groß der Canyon ist, sollte ihn zwingend besuchen. Fotos können es nicht annähernd erfassen.

    Sehr eindringlich wird einem vor Augen geführt, dass wir einen sehr sehr kleinen Zeitraum in der Erdgeschichte einnehmen. Wir haben anhand einer in den Rim Trail eingelassen Zeitleiste versucht, unseren Altersunterschied darzustellen. Das sind mal gerade drei Meter auf dem 2 km langen Weg.

    Die ältesten Steinstrukturen sind ca. zwei Milliarden Jahre alt. So alt wird kein Schwein.

    Vom Grand Canyon, wo wir letzte Nacht übernachtet haben, ging es dann wieder auf die Route 66 Richtung Williams (waren wir 2024 auch) und Seligman (waren wir 2024 auch). In diesem Jahr ist allerdings das 100-jährige Jubiläum der Route und die Städte haben sich alle ein bisschen rausgeputzt.

    Bei dem „Retter der Route 66“, der letztens bei den Tagesthemen zu sehen war, waren wir natürlich auch:

  • Wer hat an der Uhr gedreht?

    Wer hat an der Uhr gedreht?

    Diese Frage beschäftigte uns heute mehrfach.

    So schon heute Mittag, als wir von Sedona über Flagstaff (Route 66) Richtung Grand Canyon fuhren. Zeigte doch Tanjas Handy 13 Uhr an und zugleich eine Ankunftszeit im Grand Canyon von 12.34 Uhr. Offensichtlich bewegten wir uns in den beiden Zeitzonen von Arizona und Utah, da ist sogar die Uhr verwirrt….

    Im Grand Canyon hingegen ist Zeit ja relativ. Zunächst, wenn man bedenkt, dass die durch den Colorado River und Erosion freigelegten Gesteinsschichten bis zu 2 Milliarden Jahre alt sind.

    Dann aber auch, welch ein kleines Licht man selbst und die Gegenwart mit all ihren Herausforderungen ist, wenn doch alles schon seit Milliarden von Jahren existiert. Ein gewisser orangener Mann sollte hier mal Demut üben.

    Fotos können nicht mal annähernd beschreiben, wie der Grand Canyon ist. Auch beim zweiten Besuch ist er einfach gigantisch schön.

  • Red Rocks

    Red Rocks

    Seit zwei Tagen sind wir endlich wieder in Arizona. Dieser Staat gehört eindeutig zu den schönsten, die wir bisher bereist haben. Wir haben Sedona erkundet, ein Ort, in dem viele reiche Menschen, Hippies und New-Age-Anhänger:innen leben und der jährlich von 3 Millionen Touris geflutet wird. Unser erster Eindruck gestern war so mäßig. Heute jedoch waren wir begeistert. Sedona liegt in einem Tal zwischen mächtigen Red Rocks. Hier ein paar fotografische Eindrücke:

    Cathedral Rock
    Bell Rock – Tanja ist erst im Laufe des Tages darauf gekommen, dass er wie eine Glocke aussieht
    Courthouse Butte und Rabbit Ears Rock
    Ein Blick über das Tal
    Heute übernachten wir im Oak Creek National Forest – richtig schön

    Morgen melden wir uns aus dem Park aller Parks: dem Grand Canyon. Das ist ein bisschen wie nachhause kommen….

  • Older then ever oder wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

    Older then ever oder wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

    Heute wollten Tanja und Bernd einen wunderschönen Waldspaziergang unternehmen, nachdem wir am Straßenrand einen Hinweis auf einen Forest Nationalpark gelesen haben. Wir also voll Tatendrang los. Wanderschuhe und Abenteuerklamotten anziehen und ab in den Petrified Forest. Was soll ich sagen: wir sind leider ca. 220 Millionen Jahre zu spät dran gewesen.

    Vielleicht hätten wir auch einfach mal über den Begriff Petrified nachdenken sollen. Dann hätten wir gewusst, dass da wohl irgendwas versteinert sein muss. Oh Wunder, es waren die Bäume.

    Jetzt mal im Ernst. Der Petrified Forest Nationalpark ist ein wunderschöner Nationalpark mit uralten, komplett versteinerten Bäumen. Wie wir oft zu sagen pflegen: so etwas hab ich noch nie gesehen.

    Daneben atemberaubende Felsformationen, durch die man mitten hindurch wandern kann.

    Tatsächlich alles Stein und Kristall
    Eine Frage, die wir uns gestellt haben: Ist das was für den Geologen oder für den Botaniker.
    Das sind Überbleibsel der Route 66 im Petrified NP
    Tanjas erste Assoziation zu dieser sehr alten Malerei: „Na, schau an, auch früher haben die Störche schon die Kinder gebracht.“ Das Bild stellt allerdings einen Wasservogel dar, der einen Frosch frisst
  • Suchet, so werdet ihr finden

    Suchet, so werdet ihr finden

    Heute haben wir uns auf die Suche nach der historischen Route 66 gemacht und sie so gut wie immer auch gefunden. Manchmal so gut, dass wir umdrehen und eine andere Route fahren mussten, weil die „Historic Route 66“ wegen einer Baustelle gesperrt war.

    Zunächst waren wir in Santa Fe (sehr schöne Stadt) und in Albuquerque (nicht so schöne Stadt).

    So oder ähnlich sehen alle Häuser in Santa Fe aus
    Santa Fe ist absolut unamerikanisch – die Chilis sind typisch for New Mexico

    Dann ging es weiter auf die historischen Abschnitte der Route 66 zwischen Albuquerque, New Mexico und Holbrook, Arizona. Ja, wir haben seit Samstag vier Staaten durchquert und sind nun wieder in einer anderen Zeitzone. Wir reisen quasi durch die Zeit.

    Arizona ist so unglaublich schön
    Continental Divide – wir wussten nicht mal, dass es so etwas gibt. Und dann noch am höchsten Punkt der Route 66
    Sehr lange Züge – da möchte man nicht am Bahnübergang warten müssen
    Eigentlich ist der Fotospot zum Durchfahren gedacht, aber der Falke ist leider zu hoch
  • May 4th be with you

    May 4th be with you

    Heute ist Star-Wars-Tag. Darauf wies uns heute morgen eine Anzeigetafel an der Interstate 40 hin. Was das mit der Route 66 zu tun hat? Viel mehr als uns heute Morgen bewusst war.

    Denn spätestens, als wir am frühen Nachmittag am Blue Hole in Santa Rosa standen und uns dann mutig ins 17 Grad kalte und 59 Meter tiefe Wasser stürzten, war die Macht mit uns…

    Natürlich sind wir von der Klippe gesprungen

    Ansonsten gab es wieder Skurilles, schöne Mid-Century-Architektur und (fast) ausgestorbene Orte entlang der Mother Road zu entdecken.

    Leuchtreklame in Amarillo
    Cadillac Ranch in Amarillo
    Genau die Hälfte der Route 66 hat man in Aidan geschafft, wenn man denn in Chicago/Santa Monica losgefahren ist

    Inzwischen haben wir einen neuen Favoriten für „Get your kicks on Route 66“: Die Version der Rolling Stones.

    Aber da heute als erstes Ziel Amarillo auf der Liste stand, hat die eine Hälfte unserer Reisegruppe mit großem Vergnügen „Amarillo“ von Tony Christie gehört und mitgeträllert, während die andere Hälfte der Gruppe eine Krise bekam, weil es so schlimme Musik ist. Man darf raten, wer was tat. Den Ohrwurm haben allerdings nun alle und dieser meldet sich sehr hartnäckig immer wieder. Daher nochmal zum Mitsingen:
    Is this the way to Anarillo?
    Every night I’ve been hugging my pillow
    Dreaming dreams of Amarillo
    And sweet Maria who waits for me
    Show me the way to Amarillo. I’ve been weeping like a willow
    Crying over Amarillo
    And sweet Maria who waits for me
    Sha-la-la-la-la-la-la
    Sha-la-la-la-la-la
    Sha-la-la-la-la-la And sweet Maria who waits for me

  • Here today, gone tomorrow

    Here today, gone tomorrow

    Neben Fressen und gefressen werden hatten wir heute eine neue Erkenntnis: das Leben ist ein Kommen und Gehen. Wo eben noch Berge waren, ist nur einige Millionen Jahre später nichts als rote Erde.

    So haben wir es heute im Palo Duro Canyon, Texas, lernen dürfen. Der Canyon ist der zweitgrößte Canyon nach dem Grand Canyon und unglaublich schön. Nicht so schön allerdings ist, dass die Comanchen, Kiowa und Cheyenne im Jahr 1874 in einer großen Schlacht letztlich geschlagen wurden und von da an ihr Dasein in Reservaten in Oklahoma fristeten. Der weiße Mann bekleckert sich nicht nur mit Ruhm in diesem Land.

    Wir haben einige kleine Wanderungen unternommen und die Schönheit der Natur bewundert. Heute Nacht schlafen wir hier im State Park auf einem richtig idyllischen Campingplatz.

    Morgen geht es wieder auf die Route 66. Als nächster Film nach „JFK“ müsste „Cars“ auf der Liste stehen. Mal schauen. Ist auf jeden Fall etwas leichtere Kost.

    Mit unserem Hörbuch „Der erste Sohn“ (gibt es übrigens auch als Serie mit Pierce Brosnam) sind wir fast durch. Ein sehr empfehlenswertes Buch. Auf der Liste der Hörbücher steht nun „Kinder der Freiheit“, was eine gute Ergänzung zu unseren Besuchen der Presidental Libraries wäre. Eigentlich gehört auch „Früchte des Zorns“ auf die Liste, aber bei John Steinbeck muss Tanja immer an den Englischunterricht in der Schulzeit denken – warum nur?

  • Route 66 – Eine Zeitreise

    Route 66 – Eine Zeitreise

    Ein toller Tag auf und an der Route 66, von Oklahoma nach Texas. Da für das Burger Festival Freiwillige gesucht wurden, die den Riesen Zwiebel Burger mit Senf einreiben, fiel die Entscheidung leicht, dieses Event nicht zu besuchen. Stattdessen haben wir die laut Reiseführer schönsten Spots auf der heutigen Strecke angesteuert.

    Museum in Clinton mit einer Zeitreise durch die Jahrzehnte
    Mit einem Diner
    Und natürlich Flower Power
    Museum in Elk City
    Mehr so eine Art Freilichtmuseum
    Mit tollen alten Traktoren
    Eine alte Autowerkstatt in Shamrock – Vorlage für die Werkstatt in „Cars“
    Auch dort ein Diner – Willkommen in den 50er Jahren
    Skurrile Kunstwerke
    Ein absichtlich schief gebauter Wasserturm in Groom

    Man bereitet sich auf das Jubiläumsjahr vor. Vieles ist saniert oder neu aufbereitet. Schön war es heute.

    Und ein Eindruck ohne Worte:

    „Our Lord Jesus Christ Cross“ in Groom – eins der größten freistehende Kreuze in der westlichen Hemisphäre

    Fragen dazu beantworten wir nach der Reise. Das würde hier den Rahmen sprengen. Nur soviel: die gesamte Anlage hat uns zutiefst irritiert. Frage an alle: warum muss irgendetwas immer das größte sein🧐

  • „Get your kicks on Route 66“

    „Get your kicks on Route 66“

    Nun sind wir also in Oklahoma, aber nur kurz. Zum Glück, denn wie Bernd eben nachgelesen hat, gelten hier nochmal strengere Gesetze als in Texas.

    Der Büffel spielt für die vielen indigenen Völker in Oklahoma eine wichtige Rolle. Wir haben schon zwei Büffel (oder doch Bisons?) gesichtet.

    El Reno heißt unser heutiger Übernachtungsort, liegt westlich von Oklahoma City und ist Teil der Historic Route 66. Bekannt wurde er, weil im Jahr 2013 ein Tornado mit einem Durchmesser von 4,2 km eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Zum Glück hat unser Campingplatz Tornado-Schutzhütten. Das Wetter ist aber auch deutlich besser als Mitte der Woche.

    Doch nicht nur das, sondern El Reno ist auch der Ort des „Fried Onion Burger“, der während der wirtschaftlich angespannten Lage in den 20er Jahren des letzen Jahrhunderts erfunden wurde: viel Zwiebeln, wenig Fleisch. Morgen lädt die Stadt zum „Fried Onion Burger Festival Day“, bei dem unter anderem ein 385 Kilogramm schwerer Burger gegrillt wird. Wir hatten heute schon mal einen Burger bei Sid – sehr lecker. Das war aber nur ein Quarter Pounder.

    Leider war der Appetit zu groß und wir haben erst nach dem ersten Bissen daran gedacht, ein Foto zu machen

    Zur Route 66. Die feiert dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. Am 30.4.1926 kam der Name Route 66 für die damals neue Verbindung von Chicago nach LA auf. Hier gibt es dazu Infos: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/100-jahre-route-66-100.html (#Endlich mal good news aus Amerika).

    Den Song „Get your kicks on Route 66“ haben wir auf der Fahrt natürlich auch schon gehört. Tanja favorisiert die Version von Chuck Berry, Bernd tendiert zu Nat King Cole.

    „If you ever plan to motor west
    Travel my way, take the highway that’s the best
    Get your kicks on Route 66

    It winds from Chicago to L.A
    More than two thousand miles all the way
    Get your kicks on Route 66.“